Mutter-Kind-Treff

Ein gemeinsames Treffen für geflüchtete Mütter und Kinder in Magdeburg

Text und Bilder von Laura-Sophie Delorme

Seit Oktober 2017 studieren meine Kommilitonin Claudia und ich gemeinsam Soziale Arbeit an der Hochschule Magdeburg-Stendal. Da es in unserer Gesellschaft viele Handlungsfelder gibt, in denen Soziale Arbeit zum Tragen kommt, beleuchtet man im Studium verschiedene Bereiche, um sich einen näheren Einblick zu verschaffen, in welchem Arbeitsfeld man nach seinem Studium als Sozialarbeiter/in tätig werden möchte. Unser Interesse weckte in diesem Fall ein Seminar zur Migrationspädagogik, welches mit einer ehrenamtlichen Tätigkeit (Ehrenamt) im Caritasverband für das Bistum Magdeburg e.V. verbunden war.

 

Als Ehrenamt bezeichnet man eine Tätigkeit, die freiwillig, gemeinwohlorientiert und unentgeltlich erfolgt. In welcher Form Claudia und ich unser Ehrenamt ausüben wollten, oblag allein unserem Interesse. Unsere Motivation war groß, mit unserer Tätigkeit etwas zu schaffen, was sich an der Lebenssituation geflüchteter Menschen orientiert, ihnen hilft und ihnen die Inklusion in Deutschland erleichtert. Gemeinsam entwickelten Claudia und ich die Idee eines Treffs, welchen Müttern und Kindern offenstehen und ihnen ermöglichen sollte, mit anderen Frauen in Kontakt zu treten, sich auszutauschen, wahrgenommen und unterstützt zu werden. Damit war der Name unseres Projekts schnell gefunden „Mutter-Kind-Treff“.

 

So trafen wir uns, ab November 2018 bis Januar 2019, jeden Mittwoch, von 16:00 bis 18:00 Uhr, in den Räumlichkeiten des Interkulturellen Beratungs- und Begegnungszentrums der Caritas, um dort einen Austausch mit geflüchteten Frauen zu schaffen. In der Regel wurde unser Treff von 3 bis 10 Frauen besucht, die aus den Ländern Afghanistan, Eritrea und Syrien kamen. Für eine angenehme Atmosphäre sorgten stets Kaffee und Tee, sowie Gebäck aus Deutschland und manchmal auch aus den Herkunftsländern der Frauen.

 

Wir unterbreiteten Angebote, die sich an den Interessen der Teilnehmerinnen orientierten. Wir gaben Einblicke in die kulturellen Feste Deutschlands, wie zum Beispiel Sankt Martin, Nikolaus oder Weihnachten, legten gemeinsam Ordner für wichtige Dokumente von Ämtern und Behörden an und machten Ausflüge in das Naturkundemuseum oder den Elbauenpark, um die Stadt Magdeburg besser kennenzulernen. Für die Kinder bereiteten wir ebenfalls verschiedene Kreativ-, Bewegungs- und Wahrnehmungsangebote vor.

 

Ein großer Wunsch der Frauen war es, ihre Deutschkenntnisse zu verbessern. Um dem nachzukommen, beschäftigten wir uns mit dem Lernen der deutschen Sprache in Form von Lernspielen. Dies gab einigen Frauen den Impuls, sich Lernspiele auch für zu Hause zu kaufen. Eine Frau sagte, sie habe noch nie so viele neue deutsche Wörter auf einmal lernen können, wie bei unseren Treffen. Eine andere Frau sagte, dass ihr das Zusammensitzen und Reden wirklich gutgetan haben.

 

Wir haben die Treffen mit den Frauen und Kindern als eine Bereicherung in beruflicher und persönlicher Hinsicht empfunden und sind für die vielen Eindrücke, die wir gewinnen konnten, sehr dankbar.

 

Die Unterstützung, die wir von den Mitarbeitern/innen des Caritasverbandes für das Bistum Magdeburg e.V. und der Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen Sachsen-Anhalt e.V. erhalten haben, hat uns viele Möglichkeiten eröffnet, den Mutter-Kind-Treff anregend und abwechslungsreich zu gestalten.