Was ist Weihnachten? ...

Text und Fotos von Birgitt Maßny

… mit dieser Frage wurde die ehrenamtliche Sprachpatin Amina Oberländer am 17.12.2017 konfrontiert, als sie eine afghanische Familie besuchte, die sie seit einem Jahr in Lutherstadt Wittenberg betreut.

 

Spontan kam als Antwort: „Weihnachten in Deutschland bedeutet, dass der Weihnachtsmann den Kindern Geschenke bringt.“ Daraufhin fragte der 7-jährige Tamim voller Hoffnung: „Bekommen wir auch Geschenke?“

 

So fängt unsere Geschichte an, die innerhalb einer Woche zu einer großen Aktion wurde. Da in der Familie vier Kinder im Alter von anderthalb bis 10 Jahren leben, bedeutete dies für Amina, das Geschenke für jedes der Kinder ihren finanziellen Rahmen sprengen würden. Aber wozu gibt es Facebook? Amina postete in 4 Wittenberger Flohmarktgruppen: „Suche Geschenke für 4 Kinder … Es ist ihr erstes Weihnachten in Deutschland.“ Eine Flut von unterschiedlichen Reaktionen strömte daraufhin auf Amina ein – trotz einiger Beschimpfungen gab es aber vor allem tolle Geschenkangebote.

 

Schlussendlich kamen fast 200 Geschenke im Nachbarschaftstreff Wittenberg West an. Von Spielsachen über Kleidung, Kinderwagen, einem Fahrrad bis zu Schulmaterialien war für alle Altersgruppen alles dabei. Nun ging es für Amina und weitere ehrenamtlichen Helfer*innen daran, die Geschenke liebevoll zu verpacken.

 

Was macht man mit so vielen Geschenken? Man gibt allen Kindern, egal woher sie kommen, die Möglichkeit, sich eines auszusuchen. Deshalb wurde mit Einladungen über Facebook sowie Pressemitteilung über die Aktion informiert.

 

Am Heiligabend kamen ca. 70 Kinder in den Nachbarschaftstreff Wittenberg West, um sich ihr Weihnachtsgeschenk abzuholen. Die leuchtenden Kinderaugen entschädigten für die viele Mühe. Auch Amina wurde von einigen Eltern beschenkt als Dank für die tolle Aktion.

 

Wenige übriggebliebene Geschenke fanden ihren Weg zu den Kindern, in dem diese beim Resowitt e.V., ein Verein, der Familien unterstützt, abgegeben wurden.

 

Nach der großen Geschenkaktion im Nachbarschaftstreff fuhr Amina dann zu der von ihr betreuten afghanischen Familie. Auch dort freuten sich die Kinder, als sie ihre Geschenke erhielten.